Heimische Heilpflanzen im Portrait

Wie viele Lippenblütler produziert auch die Melisse ätherische Öle und andere sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide, Gerbstoffe, Phenylcarbonsäuren und Bitterstoffe), welche für den Menschen gesundheitfördernd wirken. Ihr wissenschaftlicher Name Melissa officinalis deutet darauf hin, das ihre Wirkung sehr lange bekannt war und bereits ihr Erstbeschreiber und Begründer der binären Nomenklatur Carl von Linné 1753 um ihre Heilkraft Bescheid wusste.

 

ESCOP / Kommission E empfehlen die innere Anwendung der Melisse bei Angespanntheit, Unruhe, nervös bedingten Einschlafstörungen und zur Behandlung von funktionellen Magen-Darm-Beschwerden. Äußerlich wird die Melisse zur Behandlung von Lippenherpes empfohlen.

 

Wirkmechanismus - virustatisch: es wird vermutet, dass durch die Gerbstoffe und Phenolcarbonsäuren (Rosmarinsäure z.Bsp.) die Virusabsorption in die Zelle verhindert wird.

 

Die Blätter entfalten beim Zerreiben eine zitronenartigen Geruch darum wird sie oft auch Zitronenmelisse genannt. Verwendet werden die frischen oder getrockneten Laubblätter der Melisse, die vor der Blüte geerntet werden. Mit der Blüte verändern sich Geschmack und Geruch.

 

Teezubereitung:

1-2 TL frische Melissenblätter mit heißem Wasser übergießen und zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen.

 

Kräutertropfen:

50g frische, zerkleinerte Melissenblätter werden mit 20ml Wodka oder 40%igem Korn angesetzt, ca. 3 Wochen geschlossen stehen lassen, täglich schütteln, in Tropffläschchen abfiltern. 

 

Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen sind keine bekannt.

 

"Wie ein sanftes Ruhekissen wirkt der Tee von den Melissen.

Stärket Nerven, Herz und Magen, hilft bei vielen Frauenplagen.

Fördert auch den Schlaf ganz herrlich, kurzum: macht sich unentbehrlich."

Gedicht von Heinrich Waggerl

 

Quellenverzeichnis:

Bühring, U. (2011): Praxislehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde, Karl F. Haug Verlag Stuttgart, S. 518

Dr. J. Grünwald; C. Jänicke: Grüne Apotheke, GU Verlag, Berlin 2014

H. Schilcher; S. Kammerer; T. Wegener: Leitfaden Phytotherapie, 4. Auflage, Urban & Fischer, München 2010

buecher.heilpflanzen-welt.de/BGA-Kommission-E-Monographien

http://www.arzneipflanzenlexikon.info
www.bfarm.de
www.pharmawiki.ch