Die TEH® akademie

Die Welt der Kräuter kennen lernen und begreifen!

Die TEH® akademie findet in Kooperation mit dem WIFI Salzburg statt. 

Unter den Menüpunkten TEH®Praktiker, TEH®ErnährungsberaterTEH®Frauenheilkunde, TEH®Naturapotheke, TEH®Salbenwerkstatt und TEH®Module findest du unsere aktuellen Angebote und detaillierte Informationen zu den einzelnen Lehrgängen bzw. Modulen.  

Entstehung des TEH

Traditionelle Europäische Heilkunde“ als Interreg IIIA Projekt

Interreg IIIA Projekte sind Projekte zur internationalen Entwicklung und Zusammenarbeit, die von der EU, dem Land und lokalen Vereinen finanziert werden (Interreg, 2020). Das Projekt "Traditionelle Europäische Heilkunde", kurz TEH® Projekt, wurde im Jahr 2004 von Karin Buchart an der Universität Graz im Bereich „Qualitätsmanagement in der Gesundheitsförderung“ entwickelt und sollte die traditionellen Heilmethoden in abgeschlossenen Alpentälern dokumentieren und zur Wiederbelebung der Region beitragen. Gemeinsam mit Michael Payer und Karlo Hujber wird ein Konzept erarbeitet als grenzüberschreitendes Projekt entworfen. In Österreich sollte das Heilwissen der PinzgauInnen und in Südtirol, das des noch stärker isolierte Ultentales, dokumentiert werden. Die Durchführung im Pinzgau und die Projektleitung wurden von Fr. Dr. Karin Buchart übernommen.

Das Ziel des Projektes war die Dokumentation und Wiederbelebung der regionalen Traditionellen Heilkunde und deren Nutzung zur regionalen Entwicklung, durch die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen für lokale AkteurInnen. Dieses InterregIIIA Projekt hatte eine Laufzeit von Januar 2005 bis Juli 2007 und wurde vom der EU, dem Land Salzburg und der THEBA Saalachtal finanziert.

 

Heilwissenserhebung und Auswertung

Zur Wissenserhebung wurden 35 offene Interviews mit 33 pinzgauer BäuerInnen und Heilkundigen durchgeführt. Die alten Rezepte, verwendeten Heilmittel und angewendeten Pflanzen wurden dokumentiert und die Daten unter der Betreuung von Univ. Prof. Dr. Reinhard Bachleitner (Soziologie) und Univ. Prof. Dr. Josef Thalhamer (Biowissenschaften und Gesundheit) der Universität Salzburg wissenschaftlich aufbereitet (Buchart, 2010).

In weiterer Folge wurden die erhobenen Rezepte und Heilmittel mit dem aktuellen Stand der Wissenschaft abgeglichen.

Dafür wurden Tabellen der Zutaten der alten Heilmittel erstellt und diese, mit den ESCOP Monographien, den Pflanzen-Monographien der Kommission E, sowie den Erkenntnissen der WHO abgeglichen. Außerdem wurden Möglichkeiten diskutiert wie die alten Heilmittel in der heutigen Zeit Anwendung finden könnten.

Das Ergebnis war eine umfangreiche Dokumentation traditioneller und volksmedizinischer Anwendungen des Saalachtales. Es zeigten sich Übereinstimmungen und Diskrepanzen zur heutigen Schulmedizin und es wurden Möglichkeiten aufgezeigt, wie man diese Erkenntnisse in der heutigen Zeit umsetzen kann. Dabei soll die Region gefördert, sowie ihr kollektives Selbstwertgefühl und auch die Wirtschaft gesteigert werden. Praktische Umsetzung und Weiterentwicklung

 

Das TEH® Projekt wurde den sieben beteiligten Gemeinden (Unken, Lofer, St. Martin bei Lofer, Weißbach, Saalfelden, Maria Alm und Leogang) im Juni 2005 im Rahmen einer Impulsveranstaltung vorgestellt. Es entstanden Projektwerkstätten (Herbst 2005) die viele Ideen und Anregungen brachten und im September 2005 startete die erste Werkstätte „Alte Heilmittel und alte Heilweisen unserer Region“ in Weißbach bei Lofer. Zwei weitere Veranstaltung folgten im Oktober und so kam die Region auf den Geschmack der TEH®.

  

"Unser Wasser - unser Lebensquell“

„Saalachtaler Landschaftsküche – Saalachtaler Esskultur“

 

 Die Kerngruppe der TEH Akteure bestand aus 14 Personen, die sich intensiv für das Projekt einsetzten. Aus den Notizen der Projektwerkstätten entstand zuerst eine Vortragsreihe in Zusammenarbeit mit dem Salzburger

Bildungswerk im Umfang von 100 UE, welche im Jänner 2006 startete. 2007 wurde der TEH Verein in Unken gegründet, die ersten TEH Produkte präsentiert. Das Konzept wurde zur heutigen TEH Praktiker-Ausbildung weiterentwickelt, welche im Oktober 2008 mit dem ersten Lehrgang startete.

 

2010 wurde das alte Zollgebäude in Unken zur örtlichen Heimat des TEH® und die Naturwerke wurden eröffnet. Nun gab es eine Anlaufstelle für Interessierte und die Expansion konnte starten.

2010 wurde das „Heilwissen der PinzgauerInnen“ zum nationalen immateriellen Kulturerbe erklärt und es wird seither viel getan, damit das alte Wissen nicht verloren geht, sondern von der jüngeren Generation angenommen, adaptiert und weiterentwickelt wird.

 

Weiterentwicklung

Neben der Ausbildung zum TEH Praktiker, welche in Zusammenarbeit mit dem Bildungsträger WIFI angeboten wird, wurden und werden unterschiedlichste Aufschulungen und auch separate Seminare und Module entwickelt und durchgeführt.

In all diesen Ausbildungen wird die „Traditionellen Europäische Heilkunde“ und das Kräuterwissen von unterschiedlichen Winkeln beleuchtet und man erhält die Möglichkeit sich dem traditionellen Wissen von verschiedenen Seiten her zu nähern. Die TEH Gemeinschaft wird immer größer und das Angebot wächst, wobei wir nie den Grundgedanken der Wissenschaftlichkeit und den Gemeinsamkeit vergessen dürfen.

 

Literaturverzeichnis

Buchart, K. (2010) Traditional biogenic medicine im Pinzgau. Diss. Focus Area BioScience and Health, University of Salzburg

European Scientific Cooperative on Phytotherapy (2003). ESCOP Monographs. Thieme Verlag, Stuttgart.

Internetquellen:Warum Interreg? Interreg, Zusammenarbeit, Transnational abgerufen am 4. September 2020 von https://www.interreg.de/INTERREG2014/DE/Interreg/WarumINTERREG/waruminterreg-node.html am