Die TEH® akademie

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Traditionelle Biogene Arzneimittel im Pinzgau als wissenschaftliche Basis der TEH akademie

Der Denkanstoß für die wissenschaftliche Grundlage der TEH akademie war die steigende Nachfrage nach biogenen Arzneimitteln und der vorhergesagt Trend in Richtung Naturheilkunde. Ein Problem in diesem Zusammenhang ist der unkontrollierte Einsatz und die damit verbundenen Risiken bei Selbstmedikation von biogenen Arzneimitteln. Die wissenschaftliche Arbeit an der Paris Lodron Universität Salzburg, Focus Area "BioScience and Health" unternahm den Versuch, ein Anwendungskonzept für traditionelle, biogene Arzneimittel, im vorliegendem Fall aus dem Pinzgau, zu erstellen.

Dazu wurden 33 Personen aus der Region mittels qualitativer Interviews zum Thema regionale biogene Arzneimittel befragt. Art und Einsatz der Arzneimittel sowie die Dauer der Behandlung, der Zusammenhang mit dem Lebensrhythmus und die Weitergabe dieses impliziten Wissens wurden erhoben. Die Wirkungen und Indikationen der erhobenen biogenen Arzneimittel wurden mit den Monographien der Europäischen Arzneimittelkommission ESCOP und der Deutschen Kommission E verglichen. Der Vergleich der regionalen biogenen Arzneimittel mit den Monographien ergab Übereinstimmungen bei 57 Heilpflanzen. Daraus konnte ein Anwendungskatalog erstellt werden, der für diese Heilpflanzen Indikationen, Anwendungsform, Dosierung und Risiken auflistet.

Dieser Anwendungskatalog bietet die Möglichkeit, traditionelle alpine Arzneimittel nach den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Gesundheitsförderung, Prävention und Therapie einzusetzen. Der Vorteil der regionalen Heilpflanzen liegt in der ausgeprägten Compliance der Patienten und in der Erreichung hoher Placebo Effekte.

Die vorliegende Arbeit zeigt auf, dass das Erheben der Anwendungen traditioneller, regionaler Heilpflanzen und ihr Vergleich mit dem derzeitigem Stand der Wissenschaft sinnvoll ist. Damit werden die Heilmittel und ihre Anwendungen einer objektiven wissenschaftlichen Überprüfung hinsichtlich der Einstufung ihrer Wirksamkeit, aber auch der Diskussion der naturwissenschaftlich erklärbaren Wirkungsmechanismen zugänglich gemacht.

Gesundheitsfördernde und Gesundheitspolitische Aspekte des traditionellen impliziten Wissens

Hohe Compliance der Anwendungen

Menschen mögen Anwendungen, mit denen sie in der Kindheit konditioniert wurden. Deshalb erreichen traditionelle Anwendungen eine hohe Akzeptanz.

 

Hoher Wirkungsgrad

Konditionierte Anwendungen erreichen nachgewiesener Weise hohe Wirkungsgrade.

 

Empowerment, Partizipation und Vernetzung

Die Weitergabe des tradierten Heilwissens befähigt Menschen, lässt sie teilnehmen und vernetzt sie. Die drei Säulen Empowerment, Partizipation und Vernetzung sind die Basis der Gesundheitsförderung.

 

Selbstbestimmtheit

Selbst aktiv werden, selbst Einfluss nehmen können stärkt den Selbstwert, hilft sparen und fördert die Individualisierung.

 

Sinnstiftung und Identität

Die Überzeugung, dass das eigene Leben und die eigenen Aktivitäten einen Sinn ergeben, wirkt gesundheitsfördernd nach der Salutogenese von Antonovsky (Antonovsky, 1997).

 

Ökologische Aspekte

Durch die In-Wertsetzung von Zutaten aus unserer umgebenden Natur fördert ein neues Qualitätsverständnis dadurch.

 

Ökonomische Aspekte

18% vom Bruttoinlandsprodukt im Kanton Appenzell Ausserhoden werden durch traditionelle Mediziner und alternative Heilmittel erwirtschaftet, was durch erleichterte Zulassungen im Bereich Komplementärmedizin in der Schweiz möglich ist.

 

Kultureller Kontext

Das Immaterielle Kulturerbe des Tradierten Heilwissens wird von der Österreichischen UNSECO Kommission als schützenswertes Gut eingestuft. Der kulturelle Kontext macht die Anwendungen bedeutsam, die Wissensweitergabe fördert die Kommunikation der Generationen. Im Kontext werden die Heilmittel und Anwendungen zur Aufgabe.

 

Literatur:

Antonovsky A, Franke A (1997). Salutogenese: zur Entmystifizierung der Gesundheit. Dgvt Verlag, Tübingen.

Buchart, K: Traditional biogenic medicine im Pinzgau. Diss. Focus Area BioScience and Health, University of Salzburg (2010).

European Scientific Cooperative on Phytotherapy (2003). ESCOP Monographs. Thieme Verlag, Stuttgart.

Klosterhalfen S, Enck P (2005). Placebos in clinic and research: experimental findings and theoretical concepts. Psychother Psychosom Med Psychol 55(9-10); 433-41.

 

Leitung der TEH akademie:

Dr. Karin Buchart

Lehrbeauftragte der Universität Salzburg